Ein Haus &
seine Geschichte
Das historische Bürgerhaus von Ovelgönne: lebendiger Lernort, offener Begegnungsraum und unser größtes Exponat zugleich.
Wir sind kein stilles Archiv. Wir sind ein lebendiger Ort der Begegnung, an dem Geschichte nicht nur bewahrt, sondern wirklich erfahren wird.
Als gemeinnützige Kultureinrichtung im Sinne des ICOM (International Council of Museums) verstehen wir uns als eine permanente Institution im Dienst der Gesellschaft. Wir sammeln, bewahren, erforschen, interpretieren und präsentieren das greifbare und ungreifbare Kulturerbe des Handwerks in der Wesermarsch, für die Gegenwart und für alle zukünftigen Generationen.
Unser Museum ist mehr als eine Sammlung von Objekten. Es ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Fragen stellen und Geschichte lebendig wird. Wir stehen für eine offene, inklusive und ethisch handelnde Kulturinstitution, die die Vielfalt ihrer Gemeinschaft widerspiegelt, getragen von Ehrenamt, Leidenschaft und dem tiefen Glauben daran, dass regionale Kulturgeschichte jeden Menschen angeht.
Ein Museum ist eine nicht gewinnorientierte, dauerhafte Institution im Dienst der Gesellschaft, die materielles und immaterielles Erbe erforscht, sammelt, bewahrt, interpretiert und ausstellt. Öffentlich zugänglich, barrierefrei und inklusiv, fördern Museen Diversität und Nachhaltigkeit. Sie arbeiten und kommunizieren ethisch, professionell und partizipativ mit Communities. Museen ermöglichen vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Bildung, Freude, Reflexion und Wissensaustausch.
ICOM Museumsdefinition · Prag 2022 · Deutsche Übersetzung Juli 2023 · An dieser Definition orientieren wir unsere Arbeit.
Das historische Bürgerhaus
Das denkmalgeschützte Oldenburger Giebelhaus wurde 1773 durch den Advokaten und Landgerichtspedell Rumpf als repräsentativer Herrensitz erbaut. Mit seiner charakteristischen Architektur, den knarrenden Dielen und der über Jahrhunderte gewachsenen Patina ist das Gebäude selbst unser bedeutendstes Ausstellungsstück. Es erwartet Dich ein authentisches Zeugnis nordwestdeutscher Bürgerarchitektur des 18. Jahrhunderts.
Das Haus hat in seinen über 250 Jahren eine bemerkenswerte Wandlung erlebt: vom herrschaftlichen Wohnhaus über verschiedene private Nutzungen bis hin zum lebendigen Museum von heute. Jede Diele, jeder Balken und jede Raumhöhe trägt die Geschichten derer in sich, die hier einst lebten und arbeiteten. Dieser „Genius Loci“, der Geist des Ortes, macht Deinen Besuch zu einem Erlebnis, das weit über das bloße Betrachten von Exponaten hinausgeht.
Im Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten wurde das geschützte Haus behutsam modernisiert, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Die neu errichteten Nebengebäude beherbergen heute eine voll funktionsfähige historische Schmiede sowie moderne Räume für die Vermittlungsarbeit, die Museumspädagogik und unsere Werkstätten. Altbewährtes und Neues treten hier in einen spannenden Dialog, den Du bei uns hautnah erleben kannst.
Besuch planenEntdecke unser Haus im Detail
Unser größtes Exponat ist das Haus selbst. Es wurde 1773 gebaut, und an der Fassade kannst Du noch heute vieles entdecken, wenn Du genau hinsiehst. Tippe auf die Punkte im Foto oder lass Dich durch die sieben Stationen führen.
01 · Die Fassade
Aus Backstein gebaut
Das Haus ist ganz aus Backstein gebaut. Im 18. Jahrhundert war das etwas Besonderes, denn in der Region baute man damals meist mit Fachwerk. Der weiße Anstrich schützt die Steine vor dem Wetter und lässt die Wand glatt wie Naturstein wirken.
02 · Das Portal
Seit 1773 ein Willkommen
Die Eingangstür gehört im norddeutschen Raum zu den echten Seltenheiten. Seit 1773 begrüßt sie alle, die ins Haus kommen. Mehr als vier Monate dauerte die Restaurierung, am 5. Dezember 2025 haben wir die Tür feierlich eingeweiht.
03 · Der Giebel
Es war nicht immer dieselbe Zier
Ganz oben schließt eine kleine Skulptur das Haus ab. Heute ist es ein Engelskopf mit Blumenschild. Früher stand dort etwas ganz anderes.
Station 1 von 7 · Fassade
Maueranker
Die schwarzen Eisen auf der Wand halten den Giebel an den Holzbalken im Inneren fest. Zugleich bilden sie die Jahreszahl 1773, das Baujahr des Hauses.
Station 2 von 7 · Fassade
Das Portal
Die grün-weiße Eingangstür ist im Stil des späten Rokoko gefertigt und die Visitenkarte des Hauses. Wie sie im Detail aussieht, zeigt die nächste Ansicht.
Station 3 von 7 · Fassade
Die Fenster
Die vielen kleinen Scheiben sind typisch für die Zeit um 1773, als große Glasflächen noch aufwändig herzustellen waren. Über drei Fenster verteilt steht außen das Wort MUSEUM.
Station 4 von 7 · Portal
Das Oberlicht
Über der Tür sitzt ein geschwungenes, fein unterteiltes Fenster. Es brachte Tageslicht in die Diele dahinter. In den oberen Ecken kannst Du kleine Muschelformen entdecken.
Station 5 von 7 · Portal
Die Füllungen
Im Türblatt winden sich weiße Schwünge um grüne Flächen. Diese ungleichmäßigen, muschelartigen C- und S-Formen heißen Rocaillen und sind typisch für das Rokoko.
Station 6 von 7 · Giebel
Heute: Engelskopf und Blumenschild

Ein farbig gefasstes Relief krönt die Spitze: ein Engelskopf mit ausgebreiteten Flügeln über einem geschwungenen Schild mit Blüten und Früchten. Solche Motive standen für Schutz, Segen und Wohlstand.
Station 7 von 7 · Giebel
Bis 1945: der Pinienzapfen


Von 1773 bis 1945 krönte ein steinerner Pinienzapfen den Giebel. Er galt seit der Antike als Zeichen für Leben und Neubeginn. Am 14. Mai 1945 stürzte er durch die Druckwelle der Munitionsexplosion am Ovelgönner Bahnhof ab. Heute kannst Du ihn bei uns im Haus sehen.
Vom Wohnhaus zum Museum
Ein Haus, das die Geschichte der Wesermarsch trägt. Von seiner Erbauung 1773 bis zur lebendigen Gegenwart.
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Anno1773
Das HausDie Erbauung
Der Advokat und Landgerichtspedell Rumpf lässt das Haus als repräsentativen Herrensitz aus Backstein errichten. Als eines der am besten erhaltenen Bürgerhäuser seiner Zeit in der Wesermarsch steht es heute unter Denkmalschutz und feierte 2023 sein 250-jähriges Jubiläum.
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Dazwischen liegen mehr als 200 Jahre, in denen das Haus in privater Hand war. Zu den Familien, die hier lebten, zählen Rumpf, Schnittger und Waack.
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Jahr1978Die Sammlung
Die Gründung
Als „Heimatkundliche Sammlung von Handwerk und Handel“ nimmt das Museum seinen Anfang, zunächst klein und ehrenamtlich zusammengetragen im Haus Breite Straße 27. Die Idee dahinter: Geschichte nicht hinter Glas einsperren, sondern teilen, erklären und für alle erlebbar machen.
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Mai1981

Eröffnung 1981 mit Gemeindedirektor Ingo Hashagen Die EröffnungNorddeutsches Handwerkermuseum
Auf Initiative des damaligen Gemeindedirektors Ingo Hashagen öffnet die Sammlung am 17. Mai 1981 als „Norddeutsches Handwerkermuseum“ erstmals ihre Türen für die Öffentlichkeit und stößt auf enormes Interesse. Rasch wird daraus ein wichtiges regionales Kulturzentrum.
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Jahr1991Neuer Name
Handwerkermuseum Ovelgönne
Vorher:
Norddeutsches HandwerkermuseumEine museumsfachliche Konzeption des Landkreises Wesermarsch empfiehlt mehr Profil. Der neue Name betont die Verbundenheit mit dem Standort und rückt das ländliche und kleinstädtische Handwerk der Wesermarsch in den Mittelpunkt.
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Jahr1997Neuer Träger
Der Trägerverein
Der Heimat- und Kulturverein Ovelgönne e.V. übernimmt die Trägerschaft von der Gemeinde und sichert damit die Zukunft des Hauses. Das Museum wird zum Gemeinschaftsprojekt, getragen von ehrenamtlichem Engagement, privaten Fördermitteln und aktiven Mitgliedern, die es mit Zeit, Fachwissen und Herzblut am Leben erhalten.
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Jahr2002Neuer Name
Handwerksmuseum Ovelgönne
Vorher:
Handwerkermuseum OvelgönneNach umfangreichem Umbau eröffnet die erste große Sonderausstellung im neu gestalteten Haus. Von nun an tritt es als Handwerksmuseum Ovelgönne auf, der Name, unter dem wir bis heute für lebendige Handwerks- und Alltagsgeschichte der Wesermarsch stehen.
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Heute
Das MuseumMuseum im Aufbruch
Nach der Sanierung des Haupthauses und dem Bau eines modernen Nebengebäudes ist das Handwerksmuseum ein zeitgemäßer Kulturort, der Tradition und Innovation verbindet. Eine voll funktionsfähige historische Schmiede, Werkstatträume für Schulklassen und Gruppen und der schrittweise Ausbau unseres digitalen Angebots zeigen: Das Museum ist ein Ort des aktiven Tuns.
Was Du bei uns erlebst
Sammeln, bewahren, forschen, ausstellen, vermitteln. Fünf Aufgaben, die den Kern jeder Kultureinrichtung bilden. In Ovelgönne sind sie keine Theorie, sondern gelebte Praxis, inklusiv, partizipativ und für alle offen.

Sammeln
Jedes Objekt erzählt eine Geschichte der Wesermarsch. Deshalb sammeln und dokumentieren wir systematisch Alltagsgegenstände, Werkzeuge und Handwerksmaterialien aus der Region, damit aus einzelnen Fundstücken eine Sammlung wird, die Du bei jedem Besuch neu entdecken kannst.

Bewahren
Damit Du auch in zehn oder fünfzig Jahren noch vor echten Originalen stehen kannst, sichern fachgerechte Konservierung und sorgfältige Lagerung jeden Gegenstand in unserer Sammlung für kommende Generationen.

Forschen
Hinter jedem Exponat steckt mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. In enger Kooperation mit der Universität Oldenburg erschließen wir die Sammlung wissenschaftlich und schreiben Objektbiografien, die Du in Führungen und Texten wiederfindest.

Ausstellen
Auf rund 520 m² triffst Du unsere Sammlung nicht hinter Glas, sondern in authentischer historischer Umgebung: offen, zugänglich und einladend, unabhängig von Alter, Vorwissen oder Herkunft.

Vermitteln
Führungen, Mitmach-Werkstätten, Schulprogramme und digitale Angebote holen Geschichte zum Anfassen. Warum altes Handwerk heute noch relevant ist, erklären wir Dir vor Ort, für Kinder ebenso wie für Erwachsene.
Ein Dritter Ort für alle
Das Konzept des „Dritten Ortes“ beschreibt öffentliche Räume, die weder das Zuhause noch der Arbeitsplatz sind. Es sind Orte, an denen Menschen entspannt zusammenkommen, sich begegnen und austauschen können. Genau das möchten wir für Dich sein: ein einladender Treffpunkt für die gesamte Gemeinde Ovelgönne und weit darüber hinaus.
Für Schulklassen bieten wir altersgerechte Führungen sowie Werkstätten zum Mitmachen an. Bei uns können Kinder und Jugendliche historische Handwerkstechniken nicht nur sehen, sondern selbst ausprobieren. Das Spektrum reicht vom Schmieden über traditionelle Verarbeitungstechniken bis hin zur Spurensuche in unserer Dauerausstellung. Wir sind überzeugt, dass sich Geschichte mit den Händen besser begreifen lässt als ausschließlich aus Büchern.
Wir verstehen Barrierefreiheit als eine Haltung und nicht nur als eine bauliche Aufgabe. Dazu gehören tastbare Exponate für Menschen mit Seheinschränkungen sowie eine einfache Sprache in unseren Ausstellungstexten. Auch unser wachsendes digitales Angebot hilft dabei, dass niemand von unserer Kulturgeschichte ausgeschlossen bleibt, selbst wenn eine persönliche Anreise nicht möglich ist. Wir arbeiten konsequent daran, den Zugang zu unserem Erbe für Dich stetig zu verbessern.
Bildungsangebote entdecken
Kulturleuchten Ovelgönne 2023
Wofür wir stehen.
Wir möchten mehr als ein Museum sein. Als kulturelles Herz der Gemeinde Ovelgönne fördern wir den Austausch zwischen Generationen, Traditionen und Perspektiven. Drei Grundsätze leiten uns dabei, im Alltag, in der Vermittlung und in der Entwicklung unseres Hauses.

Begeisterung wecken
Wir präsentieren die regionale Handwerksgeschichte nicht als starre Vergangenheit, sondern als lebendiges, interaktives Erlebnis. Objekte sollen berührt, ausprobiert und hinterfragt werden dürfen. Denn echte Begeisterung für Geschichte entsteht nicht durch Abstand, sondern durch Begegnung. Wir wollen, dass Menschen unser Haus begeistert verlassen und noch Tage später darüber nachdenken.
Menschen verbinden
Unser Museum bringt Menschen zusammen: Jung und Alt, Zugezogene und Einheimische, Handwerkstradition und modernes Leben. Wer zu uns kommt, trifft auf Menschen mit Geschichten. Und wer unseren Verein kennenlernt, findet Gemeinschaft, die weit über den Museumsbesuch hinaus trägt.
Barrieren abbauen
Inklusion ist für uns kein Schlagwort, sondern ein konkretes, tägliches Versprechen. Verständliche Sprache in unseren Ausstellungstexten, tastbare Exponate für Menschen mit Seheinschränkung, stufenreduzierte Zugänge und ein wachsendes digitales Angebot: wir arbeiten Schritt für Schritt daran, dass wirklich alle Menschen an unserer Kulturgeschichte teilhaben können. Kultur gehört uns allen!
Unser Netzwerk
Gute Museumsarbeit entsteht nicht im Alleingang. Als Gründungsmitglied des Museumsverbundes Wesermarsch sind wir aktiv in die regionale Kulturlandschaft eingebunden und arbeiten gemeinsam mit anderen Häusern an übergreifenden Projekten und Ausstellungen. Die Mitgliedschaft im Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V. sichert uns Zugang zu Fortbildungen, Fachberatung und landesweiten Qualitätsstandards. Als Kooperationsmuseum der Universität Oldenburg verbinden wir regionale Kulturarbeit mit wissenschaftlicher Forschung – und ermöglichen Studierenden praxisnahe Einblicke in die zeitgemäße Museumsarbeit.