Das
Museumsgebäude
Untergebracht
ist das Museum in einem Gebäude aus dem Jahre 1773. Ein
Landgerichtspedell und Auktionsbevollmächtigter, Anton
Friedrich Rumpf, hat es sich als Wohnhaus errichtet. Drei Generationen
der Familie lebten hier, aber auch danach wurde das Gebäude
bis in die 1970er Jahre hinein als Wohnhaus genutzt und teilweise
von mehreren Familien bewohnt.
Stilistisch handelt es sich bei dem Gebäude um ein sog. 'Oldenburger
Giebelhaus‘. Die Form entwickelte sich aus dem Niederdeutschen
Fachhallenhaus, in der Funktion wurde es aber bürgerlichen Wohnbedürfnissen
angepaßt. Im städtischen Bereich wurde das Giebelhaus um 1800
bereits unmodern. Die Bürger begannen, z. B. in Oldenburg, ihre
Häuser traufseitig zur Straße zu errichten und auszurichten.
Eine Liedertafel
Die
Existenz dieses Gebäudes verweist auf die Bedeutung Ovelgönnes
als Gerichtsort. Nach Anton Friedrich Rumpf lebten hier Leopold
August Rumpf
(1765 - 1814) und August Friedrich Rumpf (1791 - 1841) mit ihren
Familien, beide Advokaten.
Es zeugt aber auch von einer sozialen Gruppe unter der Einwohnerschaft
Ovelgönnes um 1800: dem gebildeten Bürgertum. Vertreter dieser
Schicht, Apotheker, Ärzte, Anwälte, Architekten, gründeten im
19. Jahrhundert gemeinsam mit Handwerkern einen Gesangsverein.
Sie nannten ihn 'de Singers‘. Es war ein geselliger Kreis,
in dem man sich neben dem Gesang zu vielen kulturellen und geselligen
Themen austauschte. Zu den Erinnerungsstücken, die sich im Museumsbestand
zu diesem Verein finden, gehört u. a. ein Tisch, in den die
Teilnehmer ihren Namen schnitzen ließen. Neben dieser 'Liedertafel‘
im Wortsinne zeugen Zeichnungen und Aquarelle aus der Hand der
Mitglieder von den Anfängen moderner Freizeitgestaltung. Sich
„in den Nebenstunden“ solchen Fertigkeiten zu widmen,
blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein zunächst Männern vorbehalten.
Haus-Geschichten
Das
als Klinkerbau errichtete Gebäude erhielt wahrscheinlich schon
früh eine verputzte Schauseite zur Straße hin. Ein hinterer
Teil wurde im günstigeren Fachwerk angebaut.
Zur Funktionsaufteilung des Hauses und ihrer Entwicklung werden
noch Nachforschungen angestellt.
Im 20. Jahrhundert bewohnten u. a. die Familien Schnittger und
Waack das Haus. Zu dieser Zeit wurde der heutige linke Eingangsraum
als Werkstatt und Tischlerei genutzt.
Das Museumsgebäude steht heute - wie viele Häuser im Ortskern
von Ovelgönne - unter Denkmalschutz.
Zu den Herausforderungen (aber auch Schwierigkeiten) der Modernisierung
des Museums gehört es, die kleinen, ehemals auf Wohnzwecke zugeschnittenen
Räume für die museale Präsentation dienlich zu machen.
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