Neue
Sonderausstellung zum Internationalen Museumstag
Naive
polnische Holzschnitzkunst
aus der Sammlung Horst und Gisela Riedel

Mieczyslaw
Grabunczyk, Hochzeit
Gisela und
Horst Riedel zeigen in ihrer Galerie für polnische Volkskunst
in Wittstedt Arbeiten polnischer Holzschnitzer. Auf vielen volkskundlichen
Reisen haben sie eine der größten privaten Sammlungen
zum Thema Volkskunst aufgebaut. Sowohl von der Technik, als
auch von der Darstellungsweise her entsprechen die Arbeiten
diesem Genre.
Die moderne, naiv orientierte Kunst greift traditionelle Motive
auf: Engel, Passion, die Figur des Christus im Elend',
dörfliche Arbeitswelt, Musikanten und Tiere. Aber auch
historisch-politische Themen haben in Polen Aufnahme in diese
Volkskunst' und so auch in die Sammlung Riedel gefunden.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Spektrum der
Galerie.
Laufzeit: 16.05.10 - 15.08.10
Ausstellungseröffnung zum Internationalen Museumstag
am Sonntag, dem 16. Mai 2010, 11.15 Uhr
Das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages
lautet: "Museen für ein gesellschaftliches Miteinander".
An diesem Tag gewähren wir freien Eintritt ins Museum.
Weitere Aktionen werden über die Presse angezeigt.
Aufgesattelt!
Das Handwerk des Sattlers
Das
Handwerksmuseum Ovelgönne präsentiert ab dem 29. November
im Nebengebäude des Museums eine Sonderausstellung zum
vielseitigen und inzwischen selten gewordenen Handwerk des Sattlers.
Im
Mittelalter gab es eine Vielzahl von lederverarbeitenden Berufen,
wie die Riemer, Beutler, Täschner, Kummet oder Sattelmacher,
die später im Handwerk des Sattlers vereint wurden. Die
Hauptaufgabe der Sattler war lange Zeit die Herstellung von
Pferdesätteln und Zug- und Pferdegeschirren.
Noch bis in die 1950er Jahre wurden fast alle landwirtschaftlichen
Transporte mit Zugtieren und Wagen gemacht. Als Traktoren und
andere motorisierte Fahrzeuge Pferdegespanne und Viehwagen verdrängten,
geriet auch das Sattlerhandwerk zunehmend in Bedrängnis
und die Aufträge nahmen ab. Zwar gibt es heute den Dorfsattler
von früher nicht mehr, aber der Sattlerberuf hat sich gewandelt
und spezifische Berufszweige ausgebildet. Denn bereits im Verlauf
des 17. Jahrhunderts kamen mit der Polsterung von Kutschböcken,
Sitzmöbeln oder ledernen Wandverkleidungen neue Tätigkeitsfelder
für das Sattlerhandwerk auf, die sich zu den heutigen Berufen
Autosattler, Polsterer oder Raumausstatter entwickelten. Durch
die wachsende Bedeutung des Reit- und Pferdesports besteht daneben
der klassische Sattlerberuf weiter, auch wenn dessen Aufträge
sich heute vielmehr auf die Herstellung von Pferdedecken, Reparaturen
und der Anpassung von maschinell hergestellten Sätteln
beschränken.
Das
Material oder der Werkstoff, mit dem Sattler arbeiten, war und
ist in erster Linie das Naturprodukt: Leder. Die Verarbeitung
erfordert spezielle Näh und Arbeitstechniken, weil
sie abhängig ist von der Beschaffenheit und Art der Tierhaut.
Die Kenntnisse darüber zeichnen das traditionelle Handwerk
des Sattlers aus.
Die
Ausstellung im Handwerksmuseum Ovelgönne präsentiert
die Spezialwerkzeuge des Sattlers, wie das typische Halbmondmesser,
Riemenschneider oder das Reifelholz. Sie zeigt dessen lederne
Produkte, wozu nicht nur die zu erwartenden Pferdesättel
oder Halfter zählen, sondern auch überraschende Erzeugnisse,
etwa ein Löscheimer oder Schleuderbälle. Als Beispiele
regionaler Handwerksgeschichte blickt die Sonderausstellung
auf Sattlermeister aus der Wesermarsch und dem Oldenburger Land
und betrachtet deren Werdegänge. Die Exponate stammen aus
dem Bestand der Sammlung des Handwerksmuseum Ovelgönne,
ergänzt durch Leihgaben aus anderen Museen oder von privaten
Sammlern.
Die
Sonderausstellung ist bis zum 28. Februar 2010 zu sehen.
Projekt
Lehrmuseum
Das Handwerksmuseum Ovelgönne bietet Studierenden der Universität
Oldenburg die Möglichkeit, museumspraktische Erfahrungen
zu gewinnen, aber auch, die Praxis der Museumsarbeit anhand
des konkreten Falles Handwerksmuseum' zu reflektieren
und auf theoretische Kontexte zurück zu beziehen. Dies
ist in Form eines Praktikums, einzelner Praxistage oder von
Ausstellungsprojekten möglich. Das Projekt Lehrmuseum möchte
auf diese Weise eine Vernetzung mit dem Studiengang Museum und
Ausstellung, Universität Oldenburg, herstellen.
Projektleiterin ist Gabriele Speckels M.A., von 2001 - 2006
wiss. Leiterin des Handwerksmuseums Ovelgönne, seit 2006
Leiterin des Nationalparkhauses Museum Butjadingen in Fedderwardersiel.
In ihren Händen liegen seit Herbst 2007 zusätzlich
Weisungsbefugnis und fachliche Begleitung des Handwerksmuseums
Ovelgönne.
Tel. 0 44
01-8 19 55 Fax 70 48 29
office@handwerksmuseum-ovelgoenne.de