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Aufgesattelt! Das Handwerk des Sattlers
Das
Handwerksmuseum Ovelgönne präsentiert ab dem 29. November
im Nebengebäude des Museums eine Sonderausstellung zum vielseitigen
und inzwischen selten gewordenen Handwerk des Sattlers.
Im
Mittelalter gab es eine Vielzahl von lederverarbeitenden Berufen,
wie die Riemer, Beutler, Täschner, Kummet oder Sattelmacher,
die später im Handwerk des Sattlers vereint wurden. Die Hauptaufgabe
der Sattler war lange Zeit die Herstellung von Pferdesätteln
und Zug- und Pferdegeschirren.
Noch bis in die 1950er Jahre wurden fast alle landwirtschaftlichen
Transporte mit Zugtieren und Wagen gemacht. Als Traktoren und
andere motorisierte Fahrzeuge Pferdegespanne und Viehwagen verdrängten,
geriet auch das Sattlerhandwerk zunehmend in Bedrängnis und
die Aufträge nahmen ab. Zwar gibt es heute den Dorfsattler
von früher nicht mehr, aber der Sattlerberuf hat sich gewandelt
und spezifische Berufszweige ausgebildet. Denn bereits im Verlauf
des 17. Jahrhunderts kamen mit der Polsterung von Kutschböcken,
Sitzmöbeln oder ledernen Wandverkleidungen neue Tätigkeitsfelder
für das Sattlerhandwerk auf, die sich zu den heutigen Berufen
Autosattler, Polsterer oder Raumausstatter entwickelten. Durch
die wachsende Bedeutung des Reit- und Pferdesports besteht daneben
der klassische Sattlerberuf weiter, auch wenn dessen Aufträge
sich heute vielmehr auf die Herstellung von Pferdedecken, Reparaturen
und der Anpassung von maschinell hergestellten Sätteln beschränken.
Das
Material oder der Werkstoff, mit dem Sattler arbeiten, war und
ist in erster Linie das Naturprodukt: Leder. Die Verarbeitung
erfordert spezielle Näh und Arbeitstechniken, weil
sie abhängig ist von der Beschaffenheit und Art der Tierhaut.
Die Kenntnisse darüber zeichnen das traditionelle Handwerk
des Sattlers aus.
Die
Ausstellung im Handwerksmuseum Ovelgönne präsentiert
die Spezialwerkzeuge des Sattlers, wie das typische Halbmondmesser,
Riemenschneider oder das Reifelholz. Sie zeigt dessen lederne
Produkte, wozu nicht nur die zu erwartenden Pferdesättel
oder Halfter zählen, sondern auch überraschende Erzeugnisse,
etwa ein Löscheimer oder Schleuderbälle. Als Beispiele
regionaler Handwerksgeschichte blickt die Sonderausstellung auf
Sattlermeister aus der Wesermarsch und dem Oldenburger Land und
betrachtet deren Werdegänge. Die Exponate stammen aus dem
Bestand der Sammlung des Handwerksmuseum Ovelgönne, ergänzt
durch Leihgaben aus anderen Museen oder von privaten Sammlern.
Die
Sonderausstellung ist bis zum 28. Februar 2010 zu sehen.
Nach
einem Besuch in unserem Museum empfehlen wir einen Besuch im
Hotel
"Zum König von Griechenland" im Ort Ovelgönne.
Dort können Sie bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen
- bei gutem Wetter auch im Gartencafe -
herrlich entspannen.
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